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Herbert Weß, Kirchenmusiker, Organist, Musiklehrer |
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Was ich schon immer mal sagen wollte....
Zur Nomenklatur der Gruppen(plakate) anläßlich der heurigen Erstkommunion Gewiß: Die Verantwortlichen bedürfen dringend einer umfassenden Aufklärung über Sinn und Zweck der Erstkommunion. Gruppennamen wie „Hölle“ oder „Monster“ zeugen fürwahr nicht unbedingt von überaus großer Sach- und Fachkompetenz der Betreuer(innen). Weiß Gott nicht zu Unrecht haben die beiden hier angebrachten Plakate bei etlichen Gemeindemitgliedern heftiges Mißfallen und Empörung ausgelöst, die sich durch diese Nomenklatura in ihrem christlichen Ehrgefühl verletzt sehen. Auch der Verfasser dieser Zeilen zuckte bei der Präsentation der Plakate heftig zusammen, und auch bei ihm war Abneigung die erste – wohl instinktive – Reaktion. Ein handfester Skandal also, so könnte man meinen. Ja, das ist er auch, doch eben genau darin liegt auch seine positive Seite begründet: Skandale können wachrütteln! Wachrütteln für Mißstände sowie gefährliche Entwicklungen auf der Welt, in der Gesellschaft, und so auch innerhalb der eigenen Glaubensgemeinschaft. Wenn eine solche nur noch aus teils moralinsauren Ge- und Verboten besteht, sich immer mehr zu einer Exklusivgesellschaft klerikaler, chauvinistischer und vatikanischer Hierarchen besteht, ohne Notiz zu nehmen von den Problemen mancher Ortskirche, sollte der gemeine Laie hellhörig werden. Und wenn dann noch nicht einmal mehr vor antisemitischen, den Holocaust leugnenden sowie das Zweite Vatikanische Konzil in Frage stellenden Gruppierungen halt gemacht wird, ja sogar solcherlei Aktionen mit dem in diesem Falle schon fast an Gotteslästerung gemahnenden Deckmantel christlicher Barmherzigkeit überzogen wird, ist die Grenze des guten Geschmacks – wenigstens für den Verfasser – eindeutig und bei weitem überschritten. Und zwar in weit höherem Maße, als es besagte Plakate getan haben bzw. tun. Von dieser Warte aus betrachtet, kommt über dieselben bei aller expressiven Derbheit schon auch eine gewisse Einsicht, wenngleich ihre Verfassung im (Un-)Geist völliger Ignoranz erfolgt ist. Nochmals sei angemerkt: diese Plakate müssen unabdingbar korrigiert werden. Vernichten aber sollte man sie nicht, denn sie stellen ein trauriges Abbild gefährlicher, ebenso unbedingt zu berichtigender Fehlentwicklungen dar, welche – ebenso wie eingangs erwähnte Gruppennamen – mit der Kirche Jesu Christi überhaupt nichts mehr gemein haben. Vielmehr sollte man die eine oder andere Ablichtung nach Rom schicken, in die vatikanischen Mauern, und fragen, ob sich so mancher Kardinal, Sekretär oder gar der Papst selbst mit der Abteilung „Monster“ oder „Hölle“ nicht letzten Endes doch identifiziert...
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Aktualisiert am: 08. March 2009 12:39 |